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aus dem seehas-Magazin 7-8-9 06
Zeitarbeit hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil in vielen Teilen der Wirtschaft entwickelt. Immer mehr Arbeitgeber sehen in der Zeitarbeit eine Lösung des früher problematischen Bereichs des flexiblen Personalbedarfs. Auch für Arbeitssuchende bietet sich hierbei eine Chance: Über den „Umweg“ der Zeitarbeitsfirma können sie in Unternehmen Fuß fassen, die sie bei eigener Bewerbung vielleicht nie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen hätten.
„Zeitarbeit erfüllt eine wichtige arbeitsmarktpolitische Aufgabe, denn sie leistet einen großen Beitrag zur Vermeidung und Überwindung von Arbeitslosigkeit.“ Dies bescheinigte Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Branche auf der World Employment Conference 2006 in Berlin. Zeitarbeit sei eine echte Brücke in den Arbeitsmarkt. Die Bedeutung der Zeitarbeit gehe aber noch weit darüber hinaus. Sie sei heute ein unerlässliches Instrument für die moderne Personalpolitik.
Zur Zeit beträgt der Anteil der Zeitarbeitnehmer unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten rund 1%. Es werden in den nächsten Monaten jedoch noch viele tausend neue Stellen entstehen, denn rund 70% der Zeitarbeitsunternehmen im Westen der Bundesrepublik gaben laut DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) an, in den nächsten 12 Monaten zusätzliches Personal einstellen zu wollen. Der Grund für diese positive Lage ist die Zurückhaltung vieler Betriebe beim Personalaufbau trotz einer konjunkturell günstigen Phase. Dieses liegt vor allem an den wesentlichen Strukturproblemen in Deutschland, wie zum Beispiel den hohen Lohnnebenkosten, dem wenig flexiblen Arbeits- und Tarifrecht sowie dem strengen Kündigungsschutz. Auch die Mehrwertsteuererhöhung zum 01. Januar 2007 hemmt schon heute die Beschäftigungsbelebung.
Davon profitiert natürlich die Zeitarbeitsbranche, weil dort Arbeitskräfte kurzfristig und vor allem zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt werden können. So können Auftragsspitzen und personelle Engpässe überwunden werden.
Die Branche hat sich deshalb vorgenommen ihren Anteil an den Gesamtbeschäftigten von derzeit 1% auf 2% bis im Jahr 2010 auszubauen. Das bedeutet, dass im Bereich Zeitarbeit mittelfristig über 400.000 neue Arbeitsplätze entstehen werden.
„Zeitarbeitunternehmen sind Arbeitgeber wie andere normale Arbeitgeber auch“, sagt BZA-Präsident (Bundesverband Zeitarbeit Personaldienstleistungen e.V.) Volker Enkerts. „Mit der Aufhebung von diskriminierenden Sonderbestimmungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, z.B. Abschaffung des Verbotes der Zeitarbeit im Bauhauptgewerbe, oder einer Erweiterung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes, könnten weitere tausende Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch bei der Vermittlung von Arbeitsuchenden bestehen erhebliche Chancen, die Vermittlungsquoten zu erhöhen.
Deutschland braucht dringend neue Arbeitsplätze. Arbeit ist vorhanden. Nur muss sie effektiver und flexibler gestaltet werden. Die Zeitarbeit ist bereit, ihren Beitrag zu leisten“, so abschließend BZA-Präsident Volker Enkerts.
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