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Webcam Bodensee 09.09.2010 22:09
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Neues vom Bau

Die neuesten Techniken rund ums Haus

Neues vom Bau
aus dem seehas-Magazin März/April 06

Mein Haus denkt und spricht!
Alles unter Kontrolle? Künstliche Intelligenz im trauten Heim.

Gebäude mit künstlicher Intelligenz haben sich in der Wirtschaft und im öffentlichen Bereich bereits durchgesetzt. Wissenschaftler, unter anderen die des Fraunhofer Instituts, arbeiten schon geraume Zeit am sog. „Smart House“. Und wirklich – solche Häuser sehen, hören, sprechen und können noch eine ganze Menge mehr. Sie messen z. B. Lichtverhältnisse und Temperaturen über Sensoren wie Thermostate, Bewegungsmelder oder Dämmerungsmelder und passen diese den Bedürfnissen der Bewohner an. Sie registrieren Wasserschäden, riechen Rauch und lösen Alarm aus. Sie haben vergessen die Haustüre oder die Fenster zu schließen?, das erledigt jetzt Ihr Haus selbst. Es weiß auch was im Kühlschrank fehlt und bestellt den Schnittkäse oder den Liebligswein beim Lieferdienst. Denken Sie ruhig weiter, es ist fantastisch, zu was Gebäude dieser Art noch alles fähig sind. Ein zentraler Rechner erfasst die benötigten Daten und versendet seine Befehle über Kabel oder Funk. Jedes einzelne Gerät (Lichtschalter, Rolladenmotor, Waschmaschine...) erhält eine eigene Kennungsadresse, damit sich beim Befehl „Garagentor öffnen“ nicht der Wäschetrockner einschaltet. Die Haustüre wird von einer Kamera überwacht, während Sie am sonnigen Strand liegen und per Handy beobachten, wie Tante Emma wieder von dannen zieht. Übrigens – Sie könnten ihr auch gleich noch life einen Gruß über einen Lautsprecher übermitteln. Per Telefon können Sie natürlich auch in die Steuerung Ihres Hauses eingreifen, die Heizung und die bestückte Mikrowelle schon mal einschalten, damit Ihre Mahlzeit fertig ist und die Wohnung warm, wenn Sie zuhause ankommen.

Die Tücken indess liegen nicht in der Technik selbst, sondern in den verschiedenen Teil-Systemen der Hersteller, die vernetzt werden müssen. Ohne eine verlässliche einheitliche Lösung arbeiten die Hersteller von Heizung, Waschmaschine und Küchenausstattung an eigener Regelungstechnik. Mit sog. Lifestyle-Programmen lernen diese Systeme die Verhaltensgewohnheiten der Nutzer in Punkto Wärme oder Licht. Beheizt werden nur Räume, die benutzt werden, Licht erscheint nur dort, wo es benötigt wird. so wird Energie gespart und die Haushaltskasse geschont. Kleine Systeme für einen 4-Personen Haushalt gibt es schon für 350 Euro. Umfangreichere für etwa 2 500 Euro. Besonders sinnvoll kann eine solche Technik in Häusern eingesetzt werden, die von behinderten Menschen oder Senioren bewohnt werden. Bis zu 20% Energiekosten Einsparung sollen möglich sein, wenn intelligente Systeme ein Haus im Hintergrund managen. In Privathäusern und insbesonders bei Altbausanierungen setzen sich funkgesteuerte Systeme durch, da die einzelnen Elemente nicht jeweils mit Kabeln für die Steuerung untereinander vernetzt werden müssen.

Auf einen Durchbruch dieser intelligenten Haustechnik wartet die Fachwelt jedoch noch. Für ein plug and play (einstecken und loslegen), wie es in der Computerwelt heißt, fehlt eben noch ein einheitliches System, das sich jederzeit nach Lust und Laune erweitern lässt. Bei dem der MP3-Player die selbe digitale Sprache spricht wie der Fernseher, das Türschloss und das Handy. Bei dem man keinen Gedanken daran verschwenden muss, die Frischluft zu regulieren, die Heizanlage zu warten und den Herd zu kontrollieren. Die Lösung liegt relativ nahe, denn die meisten Haushalte verfügen über einen PC und damit bereits über die entsprechende Infrastruktur. Vermutlich wird erst durch das Engagement eines großen Softwarekonzerns das große Geschäft kommen. Bis dahin bleibt uns das Vergnügen, dem Besuch selbst die Haustüre zu öffnen.

Fassaden mit Lotus-Effekt
Schmutz und Wasser perlen einfach ab – Nanotechnik in der Praxis.

Nie wieder Putzen, Scheuern und Saubermachen, denn das erledigt sich in Zukunft von selbst! An den Gedanken könnten wir uns schnell gewöhnen.

Im Laufe der Evolution haben sich pflanzliche Oberflächen herausgebildet mit zunehmend selbst reinigenden Eigenschaften. An Lotusblumen und Tulpen, aber auch bei Schmetterlingen und Libellen können wir einen solchen Effekt beobachten. Das Verhalten von Wasser auf einer Oberfläche ist abhängig von der jeweiligen Oberflächenbeschaffenheit. Herkömmliche Fassadenbeschichtungen sind weniger Wasser abweisend und besitzen keine feine Mikro- bis Nanostruktur. Deshalb können sich Wasser und Schmutz ungehindert auf der Oberfläche festsetzen. Aufgrund einer komplizierten Mikrostruktur der Fassadenfarbe ist es möglich, dass Wasser und Schmutz, schon bei einem geringen Neigungswinkel, rückstandsfrei ablaufen.
Grundsätzlich muss sorgfältig zwischen self-cleaning und easy-to-clean bezeichneten Oberflächen unterschieden werden. Bei den selbst reinigenden Flächen handelt es sich in der Tat um Produkte, die sich selbst sauber halten, aufgrund ihrer extrem wasserabstoßenden und mikroskopisch feinen Oberfläche bleiben Schmutzpartikel kaum haften und werden durch Regen oder einfaches Abspülen mit Wasser vollständig entfernt. Ein Nachwischen ist also nicht mehr nötig, wie das bei leicht zu reinigenden Flächen der Fall ist. Diese haben mit dem Lotus-Effekt nichts zu tun.

Auch die Selbst-Reinigung benötigt bewegtes Wasser, so dass ein Einsatz dieser Farbe im Innenraum bei Tapeten oder Möbeln nicht möglich ist. Auch bei Flächen, mit einer hohen mechanischen Beanspruchung, wie z.B. Fußböden und Flächen, die dauerhaft unter Wasser sind, wie es bei Schiffen der Fall ist, kann nicht mit dem Lotus Prinzip gearbeitet werden. Denn Voraussetzung ist immer eine Interaktion zwischen Festkörper, Luft und Wasser. Sogar selbstreinigende Dächer gibt es inzwischen, nach den Lotus Prinzip.

  Neuere Entwicklungen bewegen sich im Textil Bereich. So wird Outdoor Bekleidung in Zukunft auch gegen Rotwein und Ketchup resistent sein. Mit Hilfe des Lotus-Effektes können Markisen, Lkw-Planen und Zelte neue Dimensionen für das textile Bauen eröffnen. Ebenso zukunftsweisend ist ein Spray zur Erzeugung schmutzabweisender Oberflächen - auf diese Weise können Sie Ihr Auto oder die Gartenmöbel sorgenfrei überwintern lassen.

  Seit der Markteinführung im Frühjahr 1999 sind mehr als 40 Millionen Quadratmeter Fassadenfläche mit der Fassadenfarbe mit Lotus-Effect beschichtet worden. Sie wird von Malerfachbetrieben verwendet. Die erprobten Hausfassaden sind nach über 5 Jahren in der Praxis unverändert erhalten und weiterhin selbst reinigend, so dass alles auf eine langlebige Haltbarkeit hinweist. Inzwischen sind auch Fassadenputze mit dem Lotus Effekt am Markt erhältlich, damit erspart man sich gleich den Lotus Anstrich (Quelle Firma Stotmeister, www.sto.com).

http://www.sto.com

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