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aus dem SeeSommer 2005
Das Schiff gleitet im Sonnenschein über das glitzernde Wasser und der Fahrtwind fächelt den Gästen sanfte Kühlung zu. Viele Menschen nutzen den Bodensee zu einer Ausfahrt mit den Schiffen der „Weißen Flotte“. Die heutigen Vergnügungsfahrten stehen am Ende einer mehrere tausend Jahre alten Geschichte. Archäologische Funde belegen, dass bereits vor 4 000 Jahren Menschen auf dem Wasser unterwegs waren, damals allerdings wohl eher zum Fischfang als zum Vergnügen. Genießen Sie die Sommerzeit am schönen Bodensee auf einer erlebnisreichen Schifffahrt.
Eine erste Revolution erlebte die Schifffahrt zur Römerzeit, als an den wichtigen Straßen, die Italien mit Germanien verbanden, die Städte Konstanz und Bregenz errichtet wurden. Um den Frachtverkehr zu vereinfachen wurden die Waren mit Booten auf dem See und den großen Flüssen transportiert, denn ausgebaute Straßen gab es zu jener Zeit noch nicht.
Im Mittelalter kam die große Zeit der Segelschiffe. Mit Lastsegelschiffen, z.B. “Lädinen” wurden Güter ausgetauscht. Sogar der Rhein als wichtige Handelsroute, wurde mit Lädinen befahren. Pferde, die am Ufer auf ausgetretenen Pfaden liefen, zogen die Boote flussaufwärts. Bis ans Ende des 19. Jahrhunderts konnte man diese Schiffe auf dem Bodensee sehen.
Als in den Vereinigten Staaten von Amerika die Dampfschifffahrt populär wurde, rief das den Konstanter Spinnereibesitzer Johann Caspar Bodmer auf den Plan. Er sah ein Bild eines Dampschiffes in der Zeitung und war sofort besessen von der Idee ein solches Schiff für den Bodensee zu bauen. Bodmer konnte einigen einflussreichen Persönlichkeiten die nötigen finanziellen Mittel entlocken und begann im Winter 1817 mit dem Bau. Bereits wenige Monate später ging Bodmer das Geld aus und die georderte Dampfmaschine wurde in Rotterdam zurück gehalten. In seiner Not baute er eine kleinere Maschine aus seiner Fabrik ein, die das Schiff bei der ersten Testfahrt durch den Seerhein in den Untersee und wieder zurück führte.
Am 29. April 1818 ging das auf den Namen “Stephanie” getaufte Schiff auf Jungfernfahrt. Die Überfahrt nach Meersburg dauerte ganze vier Stunden und auf der Rückfahrt fiel die zu schwache Maschine ganz aus. Um überhaupt nach Hause zu kommen, mussten die festlich gekleideten Ehrengäste zu den Rudern greifen. Bodmer selbst flüchtete vor seinen Gläubigern nach Württemberg und ließ das Schiff zurück. Bis 1821 lag die “Stephanie” im Konstanzer Seerhein bis sie schließlich versteigert und abgebrochen wurde. Doch die Idee der Dampfschifffahrt auf dem Bodensee war alles andere als gestorben.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Güterverkehr die Bodenseeschifffahrt dominiert. Doch mehr und mehr trat der Personenverkehr in den Vordergrund. 1871 wurde der Salondampfer “SD Kaiser Wilhelm” in Dienst gestellt, welches über einen großen Salonaufbau verfügte und so bis zu 600 Personen aufnehmen konnte. Auch der deutsche Kaiser Wilhelm I. sowie der österreichische Kaiser Franz Josef I. gehörten zu den Gästen auf dem Schiff. Ein Zeuge dieser großen Zeit der Dampfschifffahrt fährt heute wieder auf dem See. Mit großem Engagement und finanziellem Aufwand wurde das Dampfschiff „Hohentwiel“ originalgetreu wieder aufgebaut.
Vergnüglich und erlebnisreich – eine Fahrt auf dem historischen Dampfschiff „Hohentwiel“
Über die Sommermonate lädt die „Hohentwiel“ mit zahlreichen Sonderfahrten zum Vergnügen auf dem Wasser ein. So können interessierte das Schiff für Firmenfeste, Hochzeiten, Geburtstage, Promotion Veranstaltungen usw. chartern. Zum Programm gehören regelmäßige Rundfahrten, Gourmet- und Dinnerfahrten, Ausfahrten mit Dixiemusik uam. Das Schiff bringt auch regelmäßig zahlreiche Besucher zur Seebühne der Bregenzer Festspiele. Informationen erhalten Sie unter www.hohentwiel.com
oder unter Hohentwiel-Schifffahrts-GmbH, T +43-(0)5573/ 8398311,
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Motorschifffahrt verstärkt auf. Waren ab 1920 erst nur kleine Motorboote auf dem See unterwegs gewesen, nahm 1925 das erste Motorschiff, die “MS Konstanz” ihren Dienst auf. Das “Konstanzerli” wie das Schiff heute liebevoll genannt wird, befindet sich immer noch im Dienst und feierte im Jahre 2000 seinen 75. Geburtstag.
Ein weiterer Meilenstein für die Schifffahrt auf dem Bodensee war die Aufnahme der Fährverbindung zwischen Konstanz-Staad und Meersburg im jahre 1928. Der damalige Verkehrsbürgermeister Fritz Arnold hatte das Projekt durchgeführt. Schon am ersten Tag beförderte die “MF Konstanz” 57 PKWs, 22 Motorräder und 548 Personen.
Der durchschlagende Erfolg der Motorschiffe läutete schon bald das Ende der Dampfschifffahrt ein. Am 24. Mai 1967 trat der “GD Schaffhausen” als letztes Dampfschiff die Fahrt zum Abwracken nach Romanshorn an.
Das jüngste Kind der Bodenseeschifffahrt ist die Fährferbindung mit zwei Katamaranschiffen zwischen Friedrichshafen unf Konstanz.
Die Weisse Flotte Bodensee bietet auch dieses Jahr wieder eine Menge Sonderfahrten:
Beginn der Tanzfahrten
Im Sommer werden mit verschiedenen Schiffen die Feuerwerke der großen Feste, wie Seehasenfest in Friedrichshafen oder Seenachtsfest in Konstanz angesteuert. Bei den Fahrten zum Arboner Seenachtsfest (18.6.), zum Seehasenfest in Friedrichshafen (16.7.), zum Uferfest Langenargen (30.7.), zum Seenachtsfest in Konstanz (13.8.) oder am Schweizer Nationalfeiertag, dem 1. August, spielen Kapellen zum Tanz, die Bordgastronomie lädt zum Schlemmen ein und als Höhepunkt des Abends können die großen Feuerwerke vom Wasser aus erlebt werden
Dreiländerfahrten und „Seelenfänger“-Kreuzfahrten
Zahlreiche Rundfahrten laden bei entspannter Atmosphäre dazu ein, den Bodensee von verschiedenen Seiten her kennenzulernen. Ein waschechter Bodensee-Käptn erzählt von der Seelandschaft und Verkehrsämter geben Veranstaltungstipps und sorgen für Spaß und Unterhaltung.
Mit dem Schiff zu den Bregenzer Festspielen
Ab 22. Juli starten die beliebten Kreuzfahrten zu den Bregenzer Festspielen. In der faszinierenden Naturkulisse des Bodensees wird 2005 Giuseppe Verdis romantische Oper „Der Troubadour“ aufgeführt. Ab Konstanz, Meersburg und Friedrichshafen lädt die MS „Graf Zeppelin“ die Festspielbesucher zu einer entspannten Hinfahrt mit 3-Gänge-Menü ein.
Informationen und Reservierung im Internet unter www.bsb-online.com, per E-Mail an info@bsb-online.com, an den BSB-Verkaufsschaltern oder telefonisch unter 07531/3640-389.
Buchtipp: Schifffahrt am Bodensee - Vom Einbaum zum Katamaran
Die Wasseroberfläche glitzert im Sonnenschein, kleine Wellen brechen das Licht und viele Menschen nutzen den Bodensee zu einer Ausflugsfahrt mit den Schiffen der „Weißen Flotte“. Kaum jemand denkt daran, dass die heutigen Vergnügungsfahrten auf dem Bodensee am Ende einer mehrere tausend Jahre dauernden Geschichte stehen. Die ältesten Zeugnisse – zum Beispiel ein Spielzeugeinbaum, gefunden bei Sipplingen – belegen, dass bereits seit 4.000 Jahren Menschen auf dem Wasser des Bodensees unterwegs sind. Allerdings nicht zu ihrem Vergnügen, dafür war die Arbeit der Schiffleute zu hart und entbehrungsreich. Der bei Schönwetter so friedvoll wirkende See birgt die Gefahren der Naturgewalten, bei Wind und Wetter waren die Lastschiffe vergangener Epochen im Einsatz. Die technische Entwicklung des Schiffsbaus, den Wandel der Schiffe vom Transportmittel zum Freizeitvehikel sowie die historischen Hafenmauern, Lagerhäuser und Leuchttürme rund um den Bodensee führt dieses reichbebilderte Buch zur Geschichte der Bodenseeschifffahrt vor Augen.
Dazu zeigt Anneros Troll in 12 doppelseitigen Landschaftsfotografien auf faszinierende Art den Bodensee mit seinen Schiffen aus heutiger Sicht und dokumentiert so die Schönheit dieser einzigartigen Landschaft auf lebendige und bleibende Art.
Lassen Sie sich begeistern von der unvergleichlich schönen und interessanten Kulturlandschaft Bodensee.
Umfang: 176 Seiten, Softcover, durchgehend farbig, ISBN: 3-9809773-1-5, E 19,40
Culturis Verlag, Tel: +49 (0) 7738 / 9296 44, www.culturis.de
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