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aus dem SeeSommer 2005
Bregenz ist mit ca. 28.000 Einwohnern Landeshauptstadt von Vorarlberg, Kultur- und Erholungspunkt am östlichen Bodenseeufer und hat außerdem noch eine interessante Geschichte hinter sich.
Die Geschichte der Stadt Bregenz beginnt schon zur Zeit der Brigantier und der Römer, die vor über 2000 Jahren an dieser Stelle eine Siedlung mit dem namen Brigantium errichteten. Einige Teile dieser römischen Siedlung werden gerade wieder ausgegraben.
Aber nicht die Geschichte sondern die Gegenwart macht Bregenz zu etwas besonderem. Durch die direkte lage am Seeufer lädt die Stadt Wassersport-begeisterte förmlich ein. Ein überwältigendes Angebot an Aktivitäten macht Bregenz nahezu für jeden zum idealen Ort. Der 1064 Meter hohe Pfänder ist sozusagen der Bregenzer Hausberg, fungiert sowohl als Wahrzeichen, sowie als Aussichtsturm mit 360° Panoramablick. Der Berg ist ganz einfach mit der Pfänderbahn zu erklimmen.
Neben einem enormen Freizeit- und Einkaufsangebot ist Bregenz auch das kulturelle Zentrum einer ganzen Region. Neben dem großen Angebot an Events, Museen und Theatern bietet die Stadt auch architektonisch einzigartige Bauten, wie das neue Kunsthaus und ein ganzjährig hochinteressantes Unterhaltungsprogramm. Nicht umsonst schreibt man sich in Bregenz einen mutigen Slogan auf die Fahnen: Bregenz - das Mehr am See.
Mit Verdis Troubadour feiern die Bregenzer Festspiele 60. Jubiläum!
Ein Jahr nach dem zweiten Weltkrieg fing es auf zwei Kieskähnen an, in einer Stadt, die damals nicht einmal ein Theater hatte. Das war schon ein aberwitziges Unternehmen, Mozarts Frühwerk „Bastien und Bastienne“ aus dem Nichts zu inszeniern und ein erstes Festspiel zu veranstalten. In Konstanz hatte man wenigstens die Räumlichkeiten eines Stadttheaters, das alte Jesuitenkolleg, das unzerstört geblieben war. Auch hier musste man improvisieren, aber es kamen namhafte Schauspieler und Regisseure nach Konstanz, an eines der wenigen im Krieg unbeschadeten Häuser.
Den See als Bühne zu nehmen war die zündende Idee am anderen Ende des Sees, in Bregenz. Dass sich aus dieser anfänglichen Not einmal die größte Seebühne der Welt entwickeln würde, hatte damals wohl niemand geahnt. Bereits die erste Mozart- Aufführung war ein durchschlagender Erfolg. Schon 1950 versuchte man einen eigenen Stil zu entwickeln, indem man sich von der Guckkastenbühne verabschiedete und den See als zentralen Teil integrierte. 1950 war auch die erste Seebühne auf Holzpiloten installiert worden. Jahr für Jahr wurde das Programm erweitert, bis 1979 eine neue Seebühne realisiert werden konnte, die mit dem ebenfalls neuen Schauspielhaus verbunden war, so dass man bei Wetterumschwung, für eine beschränkte Zuschauerzahl ins Haus ausweichen konnte. Die heutige Seebühne besteht aus einem Betonkern, in dem die nötige Infrastruktur eines Theaterbetriebes enthalten ist. Um ihn herum wird auf Holzpiloten das jeweilige Bühnenbild arrangiert.
Der Erfolg der Zauberflöte 1985 leitete einen nunmehr zweijährigen Rhythmus ein. Die Bühnenbilder wurden stabilder, da sie nun auch einen Winter zu überstehen hatten. Das Markenzeichen der Bregenzer Dramaturgie ist Visualisierung, Wirkung über Emotionalität. Damit wollte man vor allem die Hemmschwellen des Publikums abbauen und ein für jedermann zugängliches Volkstheater schaffen. In diesem Sommer steht, nach Nabucco 1993/94 und Ein Maskenball 1999/2000 erneut eine Verdi-Oper auf dem Programm: Der Troubadour! Die Premiere wird am 21. Juli sein.
Agentur Kunstwärts (www.kunstwaerts.de) veranstaltet eine Kombifahrt nach Bregenz: Seebühne und zuvor Besuch des Kunsthauses mit der Roy Lichtenstein Ausstellung. Zustiegsmöglichekiten in Singen, Radolfzell, Allensbach, Konstanz und Ch nach Vereinbarung (+49) 7531 699295 oder einfach eine Mail an: info@kunstwaerts.de
Roy Lichtenstein in Bregenz
Die wichtigste Ausstellung im Kunsthaus Bregenz ist in diesem Jahr dem Mitbegründer der Popart gewidmet. (12. Juni bis 3. September)
„Ich versuche, einen kommerzialisierten Picasso oder Mondrian zu machen,“ behauptete der New Yorker Roy Lichtenstein (1923-1997), der neben Andy Warhol der wichtigste Vertreter der Popart ist. Popart war eben die revolutionäre Kunst-Bewegung der 60er Jahre, die die Grenzen zwischen Hochkultur und Massengeschmack einzureißen suchte. So bediente sich Lichtenstein systematisch der Bildsprache, Dingwelt und Utopien der Massen, setzte sie aber nach Art der Hochkultur ins Bild: überhöht, einzigartig und bedeutungsvoll. Dieses Auseinanderklaffen zwischen der bedeutungsvollen Pose und der Banalität des Bildgegenstandes ist nun genau der Zündstoff, aus dem das Werk Lichtensteins geschaffen ist.
Die Ausstellung in Bregenz, die 34 Gemälde, fünf Collagen und eine Skulptur des Künstlers zeigt, setzt drei Schwerpunkte: Im 1. Stock findet sich das Frühwerk der 60er Jahre, welches seine neue Bildsprache begründete. Beispielsweise bedienten sich die Bilder „Wartende Blonde“ aus dem Jahr 1964 und auch das „Dyptichon Eddie“ 1962 bedienen sich einer plakativen Comic-Bildsprache, stellen aber sentimental Einzelszenen dar. Im dritten Stock ist das Spätwerk der 90er zu sehen, als Ausdruck amerikanischer Alltagskultur. Ins Bild gesetzte Wohnräume funktionieren wie Bildspiegel gesellschaftlicher Klischees. Den dritten Schwerpunkt bildet das ständig präsente Motiv der Frauenbildnisse im mittleren Geschoss. Hier nähert sich Roy Lichtenstein in seiner neuen Bildsprache dem Thema der Schönheit und reagiert auf die Kunstgeschichte mit ihren zahlreichen Frauenbildnissen.
Die Ausstellung zeigt den Mitbegründer der Popart, der zweifellos einer der wichtigsten Wegbereiter der zeitgenössichen Kunst ist, als einen Maler des Kalküls: Er verbindet vorsätzlich die Bildsprache der Comics, Werbung und Konsumprodukte mit der Pose der Hochkultur. Damit weist sein Werk in den 60er Jahren bereits auf die allmähliche Demokratisierung und Kommerzialisierung der Kunst, deren Folgen wir heute erst wahrnehmen.
Das Kunsthaus Bregenz ist während der Bregenzer Festspiele täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Eine Kunstfahrt mit Führung bietet die Agentur Kunstwärts am 15. 8. Zusammen mit einem Besuch der Bregenzer Festspiele für 95 Euro an. Tel.: +49 7531 699295 (www.kunstwaerts.de)
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